Bücherei
Gemeindebücherei, Schulstr. 6, Tel. 06374/2914
ca. 160 m²;
Öffnungszeiten:
Montag 17.00-19.00 Uhr
Mittwoch 12.00-14.00 Uhr
Freitag 15.00-17.00 Uhr
Verleihung der Landesehrennadel an die Leiterinnen der Bücherei Frau Ursula Schütz und Traudel Jung.
Für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Gemeindebücherei wurden Frau Schütz und Frau Jung
mit der Landesehrennadel ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte in der Staatskanzlei in Mainz durch Ministerpräsident Kurt Beck.
Auf Einladung der Gemeindebücherei besuchte die Schriftstellerin Nicole Vosseler Weilerbach. Die 1972 in Villingen-Schwenningen geborene Autorin las aus ihrem neuesten Roman "Sterne über Sansibar" im Bürgerkeller. Nicole Vosseler, die sich selbst als "Spurensucherin" und "Goldgräberin" bezeichnet, stellt reale Personen der Geschichte in den Mittelpunkt ihrer Romane. Ihre Erzählungen sind eine gelungene Kombination von Tatsache und Fiktion. In "Sterne über Sansibar" hat sie einer außergewöhnlichen Frau ein literarisches Denkmal gesetzt. Emily Ruete wurde 1844 als Sayyida Salme Prinzessin von Oman und Sansibar geboren. Vosseler zeichnet in ihrem Roman das Leben dieser in vieler Hinsicht bemerkenswerten Person nach. Prinzessin Salima (im Roman) wurde in einen Putschversuch gegen einen ihrer Halbbrüder hineingezogen. Dieser schlug fehl, man stellte sie für einige Monate unter Hausarrest. Als Zweiundzwanzigjährige lernte sie den Hamburger Kaufmann Heinrich Ruete kennen und lieben. Da eine Heirat mit einem Christen undenkbar war, floh die schwangere Prinzessin aus Sansibar, um der dort drohenden Steinigung zu entgehen. In Aden kam Sohn Heinrich zur Welt. Im April 1867 empfing sie die Taufe und nahm den Namen Emily an. Dort heiratet sie Rudolph Heinrich Ruete im Mai 1867, bevor das Paar nach Hamburg ging. Nach dem Tod ihres Mannes betätigte sich Emily Ruete als Schriftstellerin. Ihre Memoiren einer arabischen Prinzessin wurde ein Publikumserfolg und ging als erste Autobiographie einer Araberin in die Literaturgeschichte ein. Emily Ruete starb 1924 in Jena und fand auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg ihre letzte Ruhestätte. Nicole Vosseler hat aus dem Frauenschicksal zwischen Orient und Okzident eine exotische Geschichte gemacht, Lesestoff für so manch unterhaltsame Stunde. In Weilerbach weckte sie mit ausgewählten Passagen die Leselust des meist weiblichen Publikums auf den kompletten Roman. Dabei erwies sich Vosseler nicht nur als leidenschaftliche Schriftstellerin, die beim Schreiben Begeisterung und Spaß empfindet, sondern auch noch als talentierte Plauderin. Die Zuhörer erfuhren, dass sie an "Sterne über Sansibar" von Mai 2008 bis 3. Januar 2010, exakt vier Uhr morgens, arbeitete. Interessant auch, dass sie sich am wohlsten im "19. Jahrhundert fühlt" und ihre Ideen in einer Schublade auf Realisierung warten. Geduldig stand die Autorin von bereits sieben Romanen Rede und Antwort und signierte bereitwillig ihre Bücher.
Bildlegende: Nicole Vosseler (3. von links) mit Büchereileiterinnen Ursula Schütz (ganz links) und Traute Jung (ganz rechts) und Ortsbürgermeister Horst Bonhagen.
Text/Fotos: bm

